Interaktiver Signalmast

Preußische Optische Telegrafenlinie Berlin-Koblenz (POT)
- Infotafel am Hungerbergturm -

Geschichte

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es zwischen Berlin und Koblenz zum Austausch von Nachrichten eine optische Telegrafenlinie. Diese bestand aus 62 Stationen. Deren Abstände betrugen im Mittel ungefähr 10 km. Die Telegrafenlinie durchquerte dabei auch das Weser-Leine-Bergland.

Auf jeder Station befand sich ein Telegrafenmast mit sechs beweglichen Zeigern. Durch verschiedene Stellungen dieser Indikatoren konnten verschlüsselte Informationen von einer Station an die nächste weitergeleitet werden.

Die hierfür extra gebauten Türme gibt es heute nicht mehr. Jedoch hat man u.a. an den Stationen Nr. 30 und 31 wieder einen neuen Turm errichtet. Es handelt sich hierbei um den Hungerbergturm und um den Lattbergturm (Projekt).

Telegrafenmast

Ein Pärchen aus zwei Zeigern wird als Ebene bezeichnet. Es gibt drei Ebenen, die als A, B und C bezeichnet werden. Abgelesen wird der Mast von unten nach oben.

Ein Zeiger kann neben der Ruhestellung vier verschiedene Positionen einnehmen. Gezählt wird im Uhrzeigersinn, mit Blick Richtung Koblenz. Insgesamt gibt es 46-1 = 4095 Konstellationen, da die Ruhestellung nicht mitgezählt wird. Zur Anwendung kamen ca. 2200 Codes.

Technische Daten
Flügel-Länge 1,74 m
Flügel-Breite 0,33 m
Abstand-Achsen 2,60 m

Stellen eines Signals

Wird ein Signal aus der Ruhestellung heraus gestellt, so wird mit der untersten Ebene A begonnen, gefolgt von B und C.

Ist jedoch ein Signal zuvor gestellt, wird mit der obersten Ebene C begonnen. So schrieb es die Dienstanweisung vor.

Wörtbücher

Nachrichten wurden nicht Buchstabe für Buchstabe übermittelt. Vielmehr definierte man Codes für Silben und ganze Wörter. Ferner wurden auch häufig genutzte Standardsätze codiert. All dies konnte man in Wörterbüchern nachschlagen.

Die Übermittlung eines Zeichens zwischen Berlin und Koblenz betrug zwischen 2 und 15 Minuten. Die Telegrafisten auf den Stationen guckten 5-6 Mal pro Minute durchs Fernrohr und prüften, ob und was die benachbarten Stationen meldeten. Eine beachtliche menschliche Leistung.

Das Wörterbuch Classe 5.2 richtet sich an die Korrespondenz der Telegrafisten untereinander. Es enthält Codes u.a. für technische Belange.

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Fraktur

Kannst Du die folgenden Worte lesen?

Die altdeutsche Schrift lässt sich manchmal nicht so leicht lesen. Unter den zahlreichen Schrifttypen kam die Alte Schwabacher der Originalschrift am nächsten.

Rechtschreibung

19. Jahrhundert Heute
Telegraphen-Theile Telegrafen-Teile
Lazareth Lazarett
wagerecht waagerecht
Staffette Stafette
correspondiren korrespondieren
expediren absenden, befördern
Sylben Silben
Verzeichniß Verzeichnis

Ferner ist natürlich die Rechtschreibung gewöhnungsbedürftig.

Literatur + Danksagung

  • Optische Telegrafie:
    Übertragungsmodalitäten und Inhalt der Depeschen
    Hans-Jürgen Paech, Ludwig Grunwaldt¹, Albert Schwarz
    (Potsdam 2021)
  • www.optische-telegraphie.de¹ (Stationen 1-63)
  • www.optischertelegraph4.de² (Station 4)
  • www.optischertelegraph23.de (Station 23)
  • de.wikipedia.org/wiki/
    - Preußischer_optischer_Telegraf
    - Liste_der_Stationen_des_preußischen_optischen_Telegrafen
  • Télégraphe Chappe
    - www.amhitel.fr/fr/le-systeme-de-codage-chappe.html
    - http://therese.eveilleau.pagesperso-orange.fr/pages/truc_mat/textes/chappe.htm

Mein ganz besonderer Dank gilt Ludwig Grunwaldt¹ und Manfred Menning² für den Einblick in das Wörterbuch Classe 5.2.


Visualisierung

Einstellungen

1) Stellen eines Zeigers: s
2) Zeit zwischen dem Stellen: s
3) Verzögerung des Starts: s
Codes Zeige Bereiche
H
186
A1 B8 C6


Blick Richtung:

Wörtbuch Classe 5.2

WÖRTERBUCH für die Telegrafisten-Korrespondenz

 

Sichtzeichen

Codierung

Preußische optische Telegrafie (POT)

Gemischte Zahlzeichen

Eine Ebene in Ruhe (0.0) wird nicht notiert.

Zahlen

Einfache Zahlzeichen 6.1=7, 6.2=8, 6.3=9

 

Alphabet

Einfache Zahlzeichen

Erweiterte Zahlen

 

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ot/preussen.html

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