Kommunikationsmodelle

 

Inhalt

Einleitung

Kommunikation ist ein komplexer Prozess. Kommunikationsmodelle analysieren und beschreiben die Funktion und den Ablauf von Kommunikation.

Ferner erklären sie, wie es zu typischen Missverständnissen kommen kann. Das Wissen um diese Modelle kann Missverständnissen vorbeugen. Durch Nachfragen wie z.B. "Habe ich das richtig verstanden, dass...?" kann einen eskalierenden Streit verhindern.

Psychologische Modelle

Folgende Kommunikationsmodelle
bauen aufeinander auf:

Erläuterungen Autoren

Das Grundlagenmodell: Der Sender encodiert seine Nachricht. Nach der Übermittlung decodiert der Empfänger diese. Der Empfänger wiederrum reagiert auf die Botschaft und wird nun selber zum Sender. Der primäre Sender nimmt somit die Folgen seines Handelns wahr und fragt sich, ob seine Nachricht richtig angekommen ist.
Claude Elwood Shannon (1916−2001)
Warren Weaver (1894−1978)
Das Sender-Empfänger-Modell wird nun erweitert. Eine Nachricht besitzt zwei Aspekte: Sachebene und Beziehungsebene. Neben dem Inhalt der Nachricht schwingt die Stimmung des Senders mit. Dies ist die nonverbale Kommunikation. Es findet eine Wechselwirkung statt zwischen den kommunizierenden Parteien.
Paul Watzlawick (1921−2007)
Das Sender-Empfänger-Modell wird jetzt grundlegend erweitert. Eine Nachricht besitzt zwei weitere Seiten. Zum einen gibt der Sender etwas von sich Preis, zum anderen richtet er an den Empfänger einen Appell. Die Kommunikation mit vier Seiten ist sehr komplex.
Friedemann Schulz von Thun (1944)
Der Empfänger nimmt eine Nachricht wahr, die vier Seiten besitzt. Es stellt sich nun die spannende Frage, mit welchem Ohr der Empfänger diese Nachricht des Senders hört. Aber hat der Sender das so gewollt? Die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen ist sehr groß.
Friedemann Schulz von Thun (1944)
Die siebenstufige Lasswell-Formel stellt die nächste Erweiterung dar. Die ersten drei Schritte entsprechen dem Grundlagenmodell. Bei den Fragen "womit" und "durch welches Medium" wird die Übermittlung der Nachricht genauer untersucht. Der Kanal steht im Fokus. Mit den Fragen nach Absicht und Effekt wird das Kommunikationsquadrat erweitert.
Harold Dwight Lasswell (1902−1978)
Selbstoffen-
barungsebene

womit
 
Sender =>
Wer
Nachricht
sagt was
=> decodieren
Appell-
ebene
<= encodieren
mit
welchem
Effekt?
 
=> Empfänger
zu wem
Beziehungs-
ebene
durch
welches Medium

Anmerkungen Modelle

Kommunikationsaxiome


Kommunikationsquadrat

Das Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun ist eine Weiterentwicklung des Grundlagenmodells. Der Empfänger hat vier Ohren, mit denen er eine Botschaft des Senders aufnehmen kann.

Die vier Seiten einer Nachricht


Lasswell-Formel

Die obige Tabelle gliedert die Lasswell-Formel. Die ersten drei Schritte entsprechen dem Sender-Empfänger-Modell. Die Schritt 4 und 5 beleuchten die Übermittlung der Nachricht genauer. Mit den Fragen nach "Absicht" und "Effekt" wird das Kommunikationsquadrat erweitert.

Kommunikation Arten

Arten der Kommunikation


Glaubwürdigkeit

Nach einer Studie von Mehrabian (1972) nimmt man die nonverbale Kommunikation zu 55% wahr. Daher glauben wir im Zweifel dieser Kommunikation wesentlich mehr als dem direkt Gesagten.

Die nonverbale Kommunikation spiegelt unsere innere Stimmung wieder. Sie erfolgt hauptsächlich unbewusst und ist somit der ehrlichste Anteil einer Nachricht.

Inkongruente Botschaften

Bei einer inkongruenten Botschaft wird verbal etwas anderes ausgedrückt als nonverbal. Dem Empfänger erscheint sie unglaubwürdig und nicht authentisch.

Beipiel: Der Vorgesetzte äußert sich mit "Darüber sollten wir dringend in Ruhe sprechen! " und geht gleichzeitig zur Tür. Was soll der Mitarbeiter davon halten? Was wird er wohl denken?

Bei Diskrepanzen wird dem nonverbalen Anteil einer Nachricht meist mehr geglaubt als dem verbalen. Der nonverbale Anteil ist mit 57% erheblich dominanter als der verbale mit 7%. Da er unbewusst und weniger beeinflussbar ist, erscheint er glaubwürdiger.

Kommunikationsmodelle

Kommunikationsmodelle

Kommunikationsmodelle analysieren und beschreiben die Funktion und den Ablauf von Kommunikation. Sie erklären, wie es zu typischen Missverständnissen kommt.

  • allgemeine Kommunikationsmodelle
    − anhand von Paradigmen, Annahmen und Theorie
    − häufig interdisziplinär
  • psychologische Kommunikationsmodelle
    − hoher Alltagsbezug (Beobachtungen)
    − selber hinzulernen: für Schulungszwecke

a) allgemeine Modelle

  • symbolischer Interaktionismus
    Dieser sozialwissenschaftliche Ansatz betrachtet den Menschen in sozialen Wechselbeziehungen stehend. Die Kommunikation findet mithilfe von Symbolen statt. Diese sind nicht objektiv. Verschiedene soziale Gruppen haben verschiedene Symbole. Diese sind für die Sozialisierung spezifisch.
  • Theorie des kommunikativen Handelns
    Wie soll Kommunikation gestaltet werden? Der Sprecher sollte durch drei Strategien überzeugen:
    − Verständlichkeit
    − Wahrheit
    − Wahrhaftigkeit
    − Richtigkeit
    Jürgen Habermas bezeichnet seine Strategien als "Ansprüche".
  • sozialer Konstruktivismus
    Es gibt keine allgemeingültige, objektive Wahrheit. Die Wirklichkeit ist immer konstruiert.Folgende drei Axiome werden betrachtet:
    − Wirklichkeit ist immer kontingent
    − alles hat bzw. ergibt einen Sinn
    − nichts ist selbstverständlich

b) psychologische Modelle

  • Sender-Empfänger-Modell
    Shannon/Weaver
  • Eisberg-Modell
    Sigmund Freud
  • Kommunikationsquadrat
    Friedemann Schulz von Thun (*1944)
  • 5 Kommunikationsaxiome
    Paul Watzlawick (1921−2007)
  • Lasswell-Formel
    Harold Dwight Lasswell (1902−1978)
  • neurolinguistisches Programmieren (NLP)
    Bandler/Grinder

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