Die Cassini-Kurve ist die Menge aller Punkte P in einer Ebene, für die das Produkte aus den Abständen d1,2 zu zwei Brennpunkten F1,2=(±a,0) konstant ist:
|PF1| · |PF2| = c2
Aus der Gleichung
d1·d2 = c2
erhalten wir mit dem Satz von Pythagoras:
[(x−a)2+y2] · [(x+a)2+y2] = c2
Eine Umformung ergibt die Cassini-Gleichung:
(x2+y2)2 − 2a2(x2−y2) = c4−a4
Damit erhalten wir die Cassini-Funktion
y1,2(x) = ±√[ √(4a2x2+c4) − x2 − a2]
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Zeichnen
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Beschriftung
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| Grafik: |
cassini.png
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Hintergrund | |
| Wähle: |
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d1 = |
d1·d2 | = |
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d2 = |
c2 | = |
| φ = links herum | ||
| c = | ||
| a = | ||
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||
| Einheit = px | ||
Für y=0 erhalten wir:
x4 − 2a2x2 − (c4−a4) = 0
Mit dem Satz von Vieta folgt:
x1,22 = a2 ± √[a4 + (c4−a4)]
Für die Nullstellen folgt also:
x1,2 = ±√(a2+c2) für alle a,c ∈ ℝ
x3,4 = ±√(a2−c2) für a>c
Für a>c gibt es also 4 Nullstellen. In diesem Fall zerfällt die geschlossene Cassini-Kurve in:
zwei einzelne Kurven
Für x=0 erhalten wir:
y4 + 2a2y2 − (c4−a4) = 0
Mit dem Satz von Vieta folgt:
y1,22 = −a2 ± √[a4 + (c4−a4)]
Für die Schnittstellen folgt also:
y1,2 = ±√(−a2+c2) falls c>a
y3,4 = ±√(−a2−c2) keine Lösung
Für c>a schneidet die Cassini-Kurve die y-Achse zweimal:
zwei Schnittpunkte
Für c=a gibt es nur einen Schnittpunkt mit der y-Achse, und das im Ursprung.
Für die Parameter a=1 und c=1 erhält man die Lemniskate von Bernoulli.
Lemniskate bedeutet Schleife. Im Ursprung schneidet sie sich senkrecht, also in einem Winkel von 90°.
Orthogonaltrajektorien schneiden eine gegebene Kurvenschar in jedem Punkt senkrecht, also in einem Winkel von 90°. Bzgl. den Cassini-Kurven genügen sie der Gleichung
y2 + λx·y + (1−x2) = 0
Mit dem Satz von Vieta erhalten wir:
y1,2 = −λx/2 ± √[(λx/2)2−(1−x2)]
Die Hyperbeln scheiden die x-Achse bei ±1. Die y-Achse hingegen wird nicht geschnitten.
Cassini war ein italienischer Astronom und Mathematiker. Im orange ein paar seiner Entdeckungen. Die Cassini-Teilung ist wohl am bekanntesten.
| Giovanni Domenico Cassini | |
|---|---|
| *1625 | Perinaldo (Nizza, Savoyen) |
| 1664 |
Eigendrehung von Jupiter
anhand des GRF
|
| 1669 | Académie Royale des Sciences |
| 1671 1672 |
Iapetus Rhea Saturn-Monde |
| 1673 |
frz. Staatsbürgerschaft
Jean-Dominic Cassini
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| 1675 |
Cassini-Teilung
Lücke im Saturn-Ring (zw. A und b)
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| 1680 |
Ablehnung der Kepler-Bahnen
=> Cassini-Kurven statt Ellipsen |
| 1684 |
Dione Tethys Saturn-Monde |
| †1712 | Paris |
Cassinische Kurven Übersicht
Charakterisierung anhand von Nullstellen
Faszinierend: Die Cassinischen Kurven werden anhand der Anzahl ihrer Nullstellen charakterisiert. Diese hängt von den beiden Parametern a und c ab:
| Nullstellen | Character | |
|---|---|---|
| c > a | 2 Nullstellen | geschlossene Kurven |
| c = a | 3 Nullstellen | Lemniskatec=1, a=1 |
| c < a | 4 Nullstellen | 2 Kurven |
Für a > c zerfällt eine geschlossene Cassini-Kurve in zwei Ovale.
Parametrisierung Formeln
x und y in Abhängigkeit eines Parameters
Der mathematisch positive Drehsinn ist entgegen des Urzeigersinns links herum.
Während ich für die Cassini-Kurven die kartesischen Koordinaten y(x) verwandt habe, auch wegen des anschaulichen Beweises der Richtigkeit, nutze ich für den Punkt die parametrisierte Darstellung.
Die Cassini-Gleichung in kartesischen Koordinaten
(x2+y2)2 − 2a2(x2−y2) = c4−a4
lässt sich durch die Polarkoordinaten
x(r,φ) = r·cos(φ)
y(r,φ) = r·sin(φ)
in folgende Form überführen:
r4 − 2a2cos(2φ)·r2 − (c2 − a2) = 0
Mit dem Satz von Vieta erhalten wir:
r2
= a2 cos(2φ)
± √[a4cos2(2φ) + (c4−a4)]
Dadurch wird der Abstand r(φ) vom Mittelpunkt des Koordinatensystems zum Punkt P berechnet, in Abhängigkeit des Winkels φ.
Backstage Location
www.harald-blazy.de/
mathe/cassini-kurven.html