Vierheit ℍ z = a+ib+jc+kd

 

Quaternionen Verallgemeinerung

Nach dem 1 und 2 betrachten wir hier nun den 4. Aber warum überspringen wir den ℝ3? Zunächst beantworten wir diese Frage, bevor wir anschließend in medias res gehen.

Zur Begrifflichkeit: Hyperkomplexe Zahlen sind die Verallgemeinerung der komplexen Zahlen.

3 Idee von Hamilton

Drei-Dimensionalität

Wir definieren

z = a + ib + jc

mit i² = j² = −1.
Wir berechnen den Betrag:

|z|² = z·z*
= (a+ib+jc)·(a−ib−jc)
= a²+b²+c² − bc·(ij+ji)

Um die Analogie zur komplexen Zahlen zu erhalten, muss der letzte Term wegfallen, d.h. die Klammer muss Null ergeben. Eine Möglichkeit wäre, dass jeder Summand für sich Null ergibt:

i·j = 0 |·j
i·j·j = 0·j
−i = 0 Widerspruch

Zweiter Versuch

(ij+ji) = 0

Wie wird die Klammer Null? Unser zweiter Versuch besteht darin, dass jeder Summand eine Zahl ergibt:

i·j = a |·i
−j = a·i
j = −a·i
j·i = −a |·j
−i = −a·j
i = a·j

Fassen wir beide Ausdrücke zusammen folgt:

j = −a·(aj)
j = −a²j |·j
−1 = −a²(−1)
1 = −a² Widerspruch
a ∈ ℝ

Geniale Idee Hamilton

Wir haben folgendes Problem:

z·z* = a²+b²+c² − bc·(ij+ji)

Lösungsansatz:

i·j = k j·i = −k
i·j = k | ·k
ijk = −1
j·i = −k | j·
−i = −jk | i·
1 = −ijk
ijk = −1

Somit erhalten wir drei Bedingungen:

i·j = +k
j·i = −k
i·j·k = −1

Die geniale Idee von William Rowan Hamilton lag nun darin, nach i und j eine dritte komplexe Einheit k zu fordern mit k²=−1.

Definition Quaternionen

Quaternion Definition

Aufgrund der vorangegangenen Überlegungen definieren wir ein Quaternion z∈ℍ

z = a + i·b + j·c + k·d

mit a, b, c, d ∈ ℝ

und mit den komplexen Einheiten:

i² = j² = k² = i·j·k = −1

Es gelten die zyklischen Vertauschungen:

i·j·k = −1
j·k·i = −1
k·i·j = −1

Einheiten Kombinationen

i j k
i −1 k −j
j −k −1 i
k j −i −1

Obige Matrix erhält man, in dem alle Kombinationen untersucht werden, wie z. B.:

i·j·k = −1 | ·k
−i·j = −k
i·j = k

Skalar u0 , Vektor u

Wir führen eine neue Schreibweise ein:

u = u0 + u1i + u2j + u3k = ( u0, u)
u* = u0 − u1i − u2j − u3k = ( u0, −u)

u0 = Skalar
u = Vektor
u* = konjugiertes Quaternion
|u| = √(Σui2) = Betrag
|u| = 1 = Einheitsquaternion

Inverses Quaternion:

u−1 = u*/|u|2

Beweis: u·u−1 = u·u*/|u|2 = 1 q.e.d.

Produkte reine Quaternionen

Produkt

u·v = (u0+u1i+u2j+u3k) · (v0+v1i+v2j+v3k)
= u0v0 − u1v1 − u2v2 − u3v3
+(u0v1+u1v0+u2v3−u3v2)·i
+(u0v2−u1v3+u2v0+u3v1)·j
+(u0v3+u1v2−u2v1+u3v0)·k
= u0v0u·v + u0v + v0u + u×v
= (u0v0u·v, u0v + v0u + u×v)

Für das Produkt zweier Quaternionen u und v erhalten wir also:

u·v = (u0v0u·v , u0v + v0u + u×v)

Anmerkung zu Vektoren:
u und v sind zwei Vektoren.
Zwischen ihnen gibt es zwei Produkte:
1) Skalarprodukt: u·v = Skalar ∈ ℝ
2) Kreuzprodukt: u×v = Vektor ∈ ℝ³

Anmerkung zu Quaternionen:
u = (u0, u) ist ein Quaternion.

Reine Quaternionen

Quaternion: u = (u0, u)

Ist der Skalarteil u0=0,
so erhält man ein reines Quaternion:

u = (0, u)

Für reine Quaternionen gilt:

u·v = (−u·v, u×v)
v·u = (−u·v, −u×v)

uv+vu = ( −2u·v, 0) = −2u·v

u·v = −½(uv+vu)

uv−vu = ( 0, 2u×v) = 2u×v

u×v = ½(uv−vu)

 

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